Freitag, 27. Juli 2012

Alles herrlich

Das Prinzenbad und ich. Große Liebe. Mit allem drum und dran, also auch mit der Frage: Warum haben wir uns nicht schon viel früher kennen gelernt? Ganz einfach: Weil ich mich nicht getraut habe. In der Zeitung immer nur gelesen, wie schlimm es da sei, Schlägereien, Polizei. Dann denkt man sich noch die typische Freibadüberfüllung hinzu und nimmt Abstand. Irgendwann im Mai aber war es soweit, an einem dieser ersten sehr heißen Tage damals, meine Wohnung ein Backofen und ich nix zu tun, Sehnsucht nach Wasser, die Seen ja leider alle viel zu weit weg, also. Den alten Bikini rausgekramt und los. Und alles gleich herrlich gefunden am und im Prinzenbad. Die sogenannte Ruhezone rund ums erste Becken, wo man auf Steinen liegen kann und im Schatten; wo ich seitdem immer liege. Wie kalt das Wasser ist. Wie weitläufig das Gelände. Und wie gemischt das Publikum. Dass die Stammgäste einander freundlich grüßen. Und dass die Kids alle hinten am zweiten Becken mit der Rutsche sich tummeln. In den Schulferien ist es bestimmt noch ein bisschen voller, dachte ich mir bei meinem ersten Besuch schon so; war es dann auch, heute. Und trotzdem alles herrlich, kein Gepöbel, kein Gechecke, die wunderbare Kreisch- und Plansch-Geräuschkulisse nur ca stündlich unterbrochen von der sanften Durchsage des Bademeisters: „Wir erinnern uns jetzt nochmal daran: Wir wollen nicht von den Längsseiten ins Becken springen und uns auch nicht gegenseitig schubsen! Und weil wir auf dem Gelände nicht rauchen dürfen, machen wir jetzt auch alle unsere Zigaretten aus!“ Ein Stündchen habe ich sicher geschlafen, den Rest der Zeit zwischen Becken und Badelaken gewechselt. Und wieder mal bemerkt, was die Sonne mit dem Hirn macht, vollkommen bräsig am Ende vor lauter Zufriedenheit. Große Liebe, ich sags ja.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen