Donnerstag, 25. April 2013

Ich könnte nur Malzbier trinken


momentan. Malzbier, Malzbier, Malzbier.

Hinterm Tickettresen vom Hamburger Bahnhof stehen zwei Frauen, eine ist mit einem Besucher beschäftigt, die andere hält den Kopf gesenkt, fummelt gerade an irgendwas rum, einer Geldrolle, vermute ich und warte darauf, dass sie aufschaut, mich anschaut, zwei weitere Besucherinnen haben sich bereits hinter mir angestellt, ich trete näher an den Tickettresen heran, frage die Frau: Sind Sie ansprechbar?, eine Frage, als ginge es um jemand Bewusstlosen. Ja, sagt sie, auf so eine bräsige Art verwundert tuend, Sie hätten mich doch jederzeit was fragen können!, so nach dem Motto: Warum haben Sie denn nicht? Ich stehe doch hier, und Sie wollen was von mir, nicht ich von Ihnen! Formvollendete Sprechstundenhilfen-Garstigkeit.

Die Kippenberger-Ausstellung: Kalauer-Kunst, schießt es mir durch den Kopf, als ich durch die Räume gehe. Immer auf eine Pointe aus. Und ich muss tatsächlich ziemlich viel schmunzeln. Dabei ein starkes 80er-Jahre-Feeling, eine unbeschwerte Zeit. Ein unbeschwertes Ego.


Und dann, später, ein nicht mal mitgehörtes Gespräch, eher eine am Rande mitbekommene Gesprächssituation, wo ich mal wieder das Gefühl habe: Kenn ich!, der Tonfall der beiden reicht schon, Mann und Frau. Ich muss gar nicht verstehen, worum es geht, irgendein Laden, der irgendwem gehört, und wo es irgendein Problem gab. Und wie der Mann, der offensichtlich die Einzelheiten dazu weiß, darüber redet, einsilbig, abwiegelnd, mit jedem seiner kurzen Sätze ihr zu verstehen gebend: Kein Drama, ist wirklich kein Drama, mach jetzt bitte bloß kein Drama draus. Dabei will sie einfach nur auch gerne die Einzelheiten wissen, merkt schon, dass sie ihm die aus der Nase ziehen müsste, was er wiederum als Dramamachen bewerten würde. Also bloß kein Interesse zeigen, sondern so tun, als wäre man selbst bereits genervt von der ganzen Geschichte, und leicht angepisst nachfragen: Hä?, Aber ich dachte, dass...? Aber wieso...?, mit gerunzelter Stirn und als wollte man sich gleich abwenden. Sind aber immer noch Fragen, die auf Einzelheiten aus sind. Und die will er für sich behalten. Aus welchem Grund auch immer. Ja, weiß ich doch auch nicht, sagt der Mann. Ende des Gesprächs.

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