Mittwoch, 15. Mai 2013

Geht das schon wieder los


Das neue Handy in erster Linie nutzen, um Candy Crush Saga zu spielen. Mir auf Youtube Walkthroughs schwieriger Level anschauen, über die Kommentare verzweifelter User lachen. Ich habe es schon so oft versucht! Es ist unmöglich!! Ich gebe auf!!! Mich kurz fragen, ob es nicht ein bisschen bedenklich ist, dass mich das dermaßen erheitert. Mir dann die Genehmigung geben: Schon okay. Den Lachanfall angesichts eines allein unter dem Kühlschrank hockenden Maiskorns sowas von nachvollziehen können, dass es mich gruselt. Auf der Lesung neulich schlechte Laune bekommen, weil in einem Text Valerie und Corinne (Namen beliebig ersetzbar) in einer Art von bedeutsamer Beiläufigkeit erwähnt werden, dass man gleich weiß: Oh, die beiden Frauen werden also noch eine Rolle spielen. Verstanden. Und Austern werden in dem Text auch nicht ohne Weiteres geschlürft, die stehen natürlich symbolisch für irgendwas, so wie andauernd überall irgendwas für irgendwas steht. Die Nase voll davon haben. Lieber dem Krikelkrakel des Illustrators zuschauen, das per Overhead-Projektor an die Wand geworfen wird. Die scheinbare Zufälligkeit seines Tuns, der Zeichnungen, die da spontan enstehen, wunderschön und erstrebenswert finden. Denken: Ich will keine Geschichten mehr erzählen. Dann auf die nächste Game-of-Thrones-Folge hinfiebern und denken: Doch, Geschichtenerzählen ist super. Bloß nicht immer diesem Zwang erliegen, das eigene Leben und alles, was geschieht, als eine Geschichte zu sehen, die irgendeinen Sinn ergeben muss. In der irgendwas für irgendwas steht. Und nicht bloß nichts für nichts. Mir bei alldem immer ein 'Seufz' dazudenken. Und diesen Ohrwurm haben:

2 Kommentare:

  1. ach, das eigene Leben als Geschichte sehen, ist (m)ein furchtbarer Drang. Ich meine, es ist doch abartig, wenn man traurig ist, sich in der Dusche dem Weinen hingibt und das Ganze im Kopf mit einem Satz über die Situation und sich selbst in der 3. Person kommentiert ... argh! PS: ich hatte heute einen eigenartigen Traum über eine fast sehenswürdigkeit-ähnlich verehrte Speck-Pyramide und einen Büroausflug und nichtvertretbar war eine Kollegin. Ha! Das ist mal eine Geschichte ..

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    1. Oh, eine Kollegin von AufZehenspitzen zu sein, dachte sie, das wäre sicher schön!

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