Sonntag, 10. November 2013

10

Und dann dieser Typ, Teilnehmer des Workshops an diesem Wochenende, der mir in aller betrunkenen Kumpelhaftigkeit einen Handshake anbietet: Komm schon, darauf können wir uns jetzt einigen, darauf schlagen wir ein; nur um dann, während wie uns die Hände schütteln, mit seinem Mittelfinger an der Innenseite meiner Handfläche entlangzukratzen, was ich widerlich finde, übergriffig auf diese unterschwellige Art; man nimmt es wahr, aber niemand hat es gesehen. Ich ziehe meine Hand zurück, frage: Was soll das?, und, als er mir kurz darauf zum Abschied wieder die Hand hinstreckt: Nee, ich geb dir sicher nicht nochmal die Hand, das fand ich eben zu ekelhaft. Er tut entrüstet: Komm schon!, sagt er noch einmal schämt sich bereits, das sehe ich ihm an. Erzählt mir am nächsten Morgen: Ach, die Moselweine, man würde sie ja so wegkippen, ohne zu merken, dass sie 12% Alkohol hätten, nicht 7% wie andere Weine, tja. Der Rest ist Schweigen. Und dann bei der Mittagspause am Tag darauf höre ich ihm zu, als er davon schwärmt, wie es für ihn sei, Vater zu werden, ganz toll, wie er alles nachvollziehen könne, was seine Freundin usw; quasi selber schwanger sei er. Der heterosexuelle Mann in all seiner Jämmerlichkeit, denke ich, ungerecht, ich weiß, aber doch. Doch. 

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen