Montag, 4. November 2013

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Frau K. ist schlecht gelaunt. Kenn ich, ist manchmal so. Kann ich auch nichts gegen tun. Dass jetzt wieder die Zeit ist, wo alle krank werden, sagt sie. Und ich: Irgendwann ist es ja wirklich schon um vier Uhr dunkel! Man kennt es, und vergisst es dennoch immer wieder. Wie es ist, wenn der Herbst kommt. Die braune Blättermatsche auf den Gehwegen. Rauszugehen mit dem Gefühl: Ist bestimmt schon kalt!, und dann ist es überraschend mild. Worüber man sich nicht freuen kann. Was einen, im Gegenteil, eher empört. Denn kalt wird's noch werden, früher oder später. Also verarsch mich nicht, Wetter. Dass Frau K. schlecht gelaunt ist, zeigt sie übrigens nicht. Will es jedenfalls nicht zeigen. Ich spüre es trotzdem. Sehe es ihr an, ihrem schmalen Mündchen, den traurigen Augen. Dieser gewissen Trotzigkeit, die sie ausstrahlt. Wie ein Kind, das mit gesenktem Kopf den Eltern hinterher. Bei dem Spaziergang, auf den es keine Lust hat. Will lieber zu Hause bleiben. Waffeln essen. Oder Eis!, aber die Eisdielen machen jetzt langsam alle zu. Aber wir haben neulich Freunde besucht, sagt M. am Telefon, die haben ein Kind, und die haben gesagt: Wenn wir ein Kind bekommen, dann kommt das in unser Leben.

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