Dienstag, 26. August 2014

Dienstagabend

Der Blick von diesem Typen am Radwegrand, von Weitem schaut er mir entgegen, fixiert mich, der ist im Wahn, denke ich, und dass ich den Blick jetzt bloß nicht persönlich nehmen darf, die Angriffslust, die er ausstrahlt, hellwach sieht er aus, wie auf dem Sprung in ein komplett anderes Universum. Und denkt wahrscheinlich, er könnte mit seinen Gedanken uns Fahrradfahrer steuern. Oder müsse uns abwehren. Was weiß denn ich und bin auch schon vorbei.
Irrlichternde Menschlein in dieser Stadt. Die junge Frau, die mir auf B.s Lesung eine getrocknete Rosenblüte in die Hand legte, eine Weile schweigend neben A. und mir stehenblieb und dann wieder verschwand. Der Mann, der in der U-Bahn die 50-Euro-Scheine zählte, einen ganzen Stapel davon hatte er dabei, blätterte sie immer wieder neben sich auf den Sitz, berauschtes Lächeln in die Runde. All die, die mit sich selber reden. Die lachen ohne Grund, tanzen ohne Musik, die langsam den Boden unter den Füßen verlieren. 

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