Mittwoch, 5. November 2014

Das Fahrrad

Das Fahrrad in die Werkstatt gebracht, das ich täglich fahre und das, wie sich herausstellte, nicht nur einen neuen Antrieb, sondern ein komplett neues Hinterrad brauchte, abgeholt, viel Geld bezahlt, Gute Fahrt gewünscht bekommen, einen Tag lang gute Fahrt gehabt. Dann fehlte nach Feierabend plötzlich die Kappe, die das Licht abdeckt.
Das Fahrrad in die Werkstatt gebracht, den Mechanikern beim Herumkramen in den Kramkisten zugeschaut, eine triumphierende Mechanikerfaust gesehen, als eine passende Kappe gefunden war, lachen müssen, wenig Geld bezahlt, Gute Fahrt gewünscht bekommen, einen Tag lang gute Fahrt gehabt. Dann funktionierte nach Feierabend das Licht plötzlich nicht mehr, weder vorne noch hinten.
Überlegt: Das Fahrrad jetzt wieder in die Werkstatt bringen? Nein, heimfahren, mich morgen drum kümmern, auf dem Weg von Polizisten angehalten worden, aber Sie haben da doch Licht!, gesagt bekommen, JA SCHON ABER UND UND UND geantwortet, mit wütendem Eifer meine Fahrrad-Leidensgeschichte dargelegt, kein Geld bezahlt, Aber fahren Sie vorsichtig gewünscht bekommen, zu Hause angekommen, beinahe heulen müssen.
An das Täschchen denken müssen mit dem Aufdruck „U can’t buy happiness but u can buy a bike and that’s pretty close“, das ich neulich auf einem dieser Hipster-Handwerkermärkte gesehen habe und hätte ich genug Geld dabei gehabt, hätte ich es gleich gekauft.
Dass es aber auch solche Dinge sind, die mich gerade dermaßen aus dem Takt bringen.

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