Mittwoch, 13. Mai 2015

Endlich die vertrockneten Lilien weggeräumt,


die schon viel zu lang auf meiner Fensterbank standen, längst tote Blumen, traurig. Ich mag keine Lilien, seit ich mir mal einen ganzen Strauß davon kaufte und von ihrem Duft stechende Kopfschmerzen bekam, seit ich einmal bei Domian eine angehende Bestatterin sagen hörte, sie wisse jetzt auch, wozu all die Blumen bei Aufbahrungen gut sind. Der gelbe Staub der Lilienpollen auf meiner Fensterbank, und gleich der Gedanke an die Fernsehreportage über irgendein Luxushotel mit Lilien im Badezimmer und wie der Manager sagte, es gebe einen Angestellten, dessen Aufgabe es sei, täglich die Lilienpollen zu entfernen, damit sie ja keine Flecken auf der Gästekleidung, den Bademänteln und Handtüchern hinterlassen. Die Vorstellung, das sei die einzige Aufgabe dieses Angestellten, ich bin Lilienpollenentferner im Luxushotel, und das anerkennende Nicken in jeder Smalltalkrunde, ein verantwortungsvoller Job, dochdoch, durchaus.

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