Freitag, 13. November 2015

12 von 12 ohne Bilder

In anderen Blogs schaue ich mir 12 von 12 immer gerne an und will schon ewig mal mitmachen, vergesse nur jeweils zu fotografieren … Aber man kann sich die Bilder ja auch einfach nur dazu denken.

1 Kaffee. Da es gestern spät geworden ist, komme ich etwas mühsam in den Tag. Zum Frühstück lese ich ein Interview mit Charlotte Roche, zu der natürlich auch ich eine Meinung habe: Im Fernsehen fand ich sie eher nervig, aber ihre Bücher habe ich sehr gerne gelesen (das neueste noch nicht).

2 Mein Schreibtisch. Heute geht es um: eine Nacht in der Prärie und wie sich die Musikwelt Ende der 80er geändert hat. Ich rätsele ein bisschen an dem Begriff „stadium rock“ herum, den ich mit Stadionrock übersetzen würde, wobei mich verunsichert, dass es dazu im Internet relativ wenig zu lesen gibt, jedenfalls nichts im Sinne von „DAS war DER Stadionrock, wie er uns allen ein Begriff ist“. Da frage ich mich dann gleich, ob Stadionrock vielleicht nur mir Begriff ist.

3 Eine Scheibe Dreiecksbrot mit Butter. Leider tendieren meine Ernährungsgewohnheiten zurzeit stark Richtung „Stulle mit Brot“.

4 Mandarinen, Milch, Salat in der Tüte. R. kommt kurz mit L. und W. vorbei, um vor dem Urlaub nicht mehr Verkonsumiertes vorbeizubringen. Ich halte den acht Wochen alten W. im Arm. Wie leicht er ist! L. zeigt mir seinen Glitzerflummi, den er zum Geburtstag bekommen hat.

5 Yogiteebeutel-Papieranhänger. „Wenn wir ganz bei uns selbst sind, sind wir Liebe.“ Ich habe eine heimliche Schwäche für solche Sprüche. Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für Teebeutel-Papieranhänger?

6 Auf den Straßen von Berlin, tags. Ich fahre mit dem Rad nach Mitte. Seit ich neulich auf trockenem Laub fast weggerutscht bin und dann noch haarscharf einer sich öffnenden Autotür ausweichen musste, bin ich eine etwas ängstliche Radfahrerin, was mich nervt und die anderen Radfahrer, die mich klingelnd überholen, auch.

7 Der Schreibtisch einer Versicherungsangestellten. Ich muss was mit meiner Versicherung klären und dachte, ich schaue lieber persönlich vorbei, weil die Callcenter-Mitarbeiterin, mit der ich neulich zu tun hatte, ziemlich barsch war. Die Dame am Empfang nimmt mich gleich mit an ihren Schreibtisch, sie ist unheimlich freundlich, auf so eine Art, dass ich mich persönlich gemeint fühle, als würde sie mich sympathisch finden, als würde sie sich gerne um mein Anliegen kümmern, was ja vielleicht auch so ist. Seltsam, dass ich bei Freundlichkeit in solchen Zusammenhängen immer von professioneller Freundlichkeit, das heißt aufgesetzter, nicht wirklich empfundener ausgehe. Die Sache ist innerhalb von zehn Minuten geklärt.

8 Holzkirschen. M. und H. sind unterwegs, und ich passe ein bisschen auf N. auf. Wobei: aufpassen. Wir hängen uns Holzkirschen über die Ohren, essen Bananen, galoppieren mit den Dinos und Pferden durch die Wohnung, räumen meine Tasche aus und dann sind M. und H. auch schon wieder da.

9 Ein Schälchen Oliven. Zum ersten Mal seit dem Urlaub esse ich Oliven und habe sofort ein Spanien-Flashback.

10 Gebratene Chorizo und Bier. Das gibt es später noch. (Es ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, dieses 12 von 12 immer vollzubekommen, oder?)

11 Boys vor dem Späti. Es ist so warm, dass die jungen Leute auch spätabends noch vor dem Späti sitzen und Bier trinken. Eine Zeitlang dachte ich, das wäre das nächste große Ding: sich vor den Späti zu setzen statt in eine Bar. Ist aber doch keine Massenbewegung geworden.

12 Auf den Straßen von Berlin, nachts. Ich fahre noch mal los, weil ich heute woanders übernachte. Die Straßen sind leer und schön, und nur aus der Autowerkstatt kommt noch Musik.

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