Sonntag, 10. Januar 2016

Notizen

Ich träume, ich wäre dick, zehn oder zwanzig Kilo würde ich mehr wiegen, es wäre Sommer, ich würde an mir herunterschauen, meine dicken Arme, meine dicken Beine, ich trage ein leichtes Kleid und bin umgeben von Menschen, die mich toll finden, ich finde mich selber toll, und dann sagt jemand: Du bist dick geworden. Und ich denke: Oh nein, dick! Und mein Freund versichert mir, ja, ich sei zwar dick, aber doch immer noch schlank, weil muskulös, und ich fange an zu lachen, über dieses Oh nein, dick!, den ersten Reflex, ich muss wirklich sehr lachen und fühle mich pudelwohl.
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Ein Feature auf Dradio über den ersten Satz von Romanen gehört und mir den Namen Fritz Zorn notiert, weil: „Ich bin jung, reich und gebildet. Und ich bin unglücklich, neurotisch und allein.“ Der erste Satz von Mars. Wohl ein Kultbuch der 80er. Nie von gehört. Mich außerdem daran erinnert, dass ich Shanghai fern von wo von Ursula Krechel noch lesen will.
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Idee für einen Kneipennamen: Trinkgold. Auf dem Kneipenschild das e so durchgestrichen und o drüber gemalt, dilettantisch. Natürlich müsste auf der Karte dann auch Trinkgold zu finden sein, Preis: unbezahlbar, und es würden immer mal wieder Gäste fragen, was das denn sei, und die Kneipenleute würden sagen, sie wüssten das eigentlich auch nicht so genau. Ab und zu würde jemand allen Mut zusammennehmen und ein Trinkgold bestellen und dann einfach nur ein Bier bekommen oder eine Fanta. „Trinkgold ist aus.“ Trinkgold, würde man irgendwann munkeln, wäre der Künstlername des Kneipenbesitzers, der nie da war, deswegen auch der Ausspruch, Trinkgold sei aus. Aber das würde ja alles nicht stimmen, die Kneipe würde ja mir gehören, und das mit dem Trinkgold war nur ein Witz.
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Gesehen: „David wants to fly“, ein Dokumentarfilm von David Sieveking (Trailer hier). Es geht darin um die Transzendentale Meditation (TM), über die ich neulich mal kurz was recherchieren musste, da stieß ich auf den Film, erinnerte mich, dass ich den Film „Vergiss mein nicht“ vom selben Regisseur ganz gerne gemocht hatte (Trailer hier) und bestellte mir diesen in der Bibliothek. David Lynch ist ein großer Fan von TM, ich erinnerte mich, dass er den Teufelsberg hier in Berlin kaufen wollte, um darauf ein Meditationszentrum zu errichten, hierzu gibt es auch eine sehr schöne Szene im Film, der deutsche TM-Oberguru, wie alle anderen Obergurus weiß gekleidet und mit Goldkrönchen auf dem Kopf, hält in der Urania einen Vortrag und erzählt von den Zielen des Meditationszentrums: ein „unbesiegbares Deutschland“ zu erschaffen. Empörung seitens des Publikums. „Unbesiegbares Deutschland, das wollte Hitler auch!“ „Ja, aber das hat er leider nicht geschafft, weil er nicht die entsprechenden Mittel hatte …“ Der Rest sind Buhrufe. David Sieveking hat schon eine ganz eigene Art zu erzählen mit seiner jungenhaften, treuherzig klingenden Stimme aus dem Off. Mal gespannt, was sein nächster Film wird.

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