Montag, 30. Oktober 2017

Notizen KW 43

Ich habe ein neues Handy, das mich an meinem Daumenabdruck erkennt, was mir ein merkwürdiges Gefühl der Intimität gibt. Wie gut das zum Gesamtgefüge Mensch-Handy passt, wo wir alle diese Geräte doch ständig bei uns tragen, andauernd zur Hand nehmen, darauf herumstreichen und tippen und die Vorstellung beängstigend finden, es könnte verloren gehen oder geklaut werden. Ich erinnere mich an eine Werbung von vor Jahren, in der ein animiertes Handy traurig seinem Besitzer hinterhergerannt ist, der inzwischen ein neues Modell hatte, und wie leid mir das alte Handy tat – ein schlimmer Fall von Clueyness. Interessanterweise musste ich für mein neues Handy erst eine Schutzhülle kaufen und eine Panzerglasfolie, bevor ich mich getraut habe, es wirklich zu benutzen. Bei dem alten Modell, meinem ersten Smartphone von vor viereinhalb Jahren, fand ich das noch überhaupt nicht nötig, es war von Anfang an robust genug und konnte in jede Tasche gepfeffert werden. Schön auch: Wenn man, wie ich, in Sachen Datensicherung so dermaßen nachlässig ist, geht einem, wenn das alte Handy unverhofft in die ewigen Jagdgründe eingeht, extrem viel verloren, unter anderem alle Telefonnummer. So verschwinden mit einem Mal alle Leute, mit denen man eh nix mehr zu tun hatte, aus den eigenen Kontakten, während man bei allen anderen nach und nach die Telefonnummern erneut erfragen darf. Dumm nur, wenn dann plötzlich der alte Chef anruft, den man natürlich noch nicht mit einem Ey kannste mir nochmal deine Handynummer geben belagert hat, das neue Handy also nur die Telefonnummer anzeigt und dann noch die Verbindung schlecht ist, und man die erste halbe Minute blöde fragt, Schulligung, WER ist da, Schulligung, WER GENAU? Schön auch, dass das neue Handy bessere Fotos macht als das alte, z.B. von Granatapfelkernen.
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Hier ist ein Song für dich, schrieb F. mir mit einem Link zu diesem Lied.
Someone please finish what I started 
I tried my best, but my best was half hearted

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